SitzungssaalOrtsdurchfahrt von Münster soll entlastet werden

Vier Gemeinderäte wurden verabschiedet

 

Eine umfangreiche Tagesordnung hatte der Gemeinderat am 23. April 2026 in seiner letzten Sitzung der Wahlperiode 2020 – 2026 im Sitzungssaal des Rathauses abzuarbeiten. Vertreter der Max Streicher GmbH stellten den Neubau einer Asphaltmischanlage im Steinacher Steinbruch vor. Baustellen müssten in immer kürzerer Zeit fertig werden, um Bedarfsspitzen decken zu können und auf einen neuen Stand der Technik zu kommen, ist der Neubau mit einer Anlage mit höherer Kapazität notwendig. Die Energie der Anlage wird durch das Verheizen von Braunkohlestaub und Heizöl gewonnen. Der Immissionsschutz sei streng reglementiert und stellt hohe Anforderungen an die Anlage, die kontinuierlich überwacht wird. Der Antrag auf Neubau schließt auch einen Antrag auf die Möglichkeit der Produktion zu Nachtzeiten ein. „Wenn es zu umgehen ist, soll nachts nicht gearbeitet werden“, so die Firmenvertreter, da auch auf die eigenen Mitarbeiter geachtet werden müsse. Durch die mögliche Kapazitätssteigerung ist auch mit mehr Fahrzeugverkehr im Gemeindebereich zu rechnen. Vor allem die Ortsdurchfahrt in Münster ist nach Auffassung der Gemeinderäte schon sehr mit Lkw-Verkehr belastet. Der Verkehr Richtung Regensburg solle, vor allem bei Nachtarbeit, nicht durch Münster geleitet werden.

 

Der Gemeinderat hatte sich bereits früher gegen die Nachtarbeit beim Bauantrag ausgesprochen, da sie die schutzwürdigen Belange der Bürger in der Nachtzeit als betroffen ansah. In dieser Sitzung musste sich der Gemeinderat gegenüber dem Landratsamt zu diesem Punkt äußern, da nach Ansicht des Landratsamtes das Einvernehmen hinsichtlich des Betriebs in der Nachtzeit zu Unrecht verweigert wurde. Das von der Firma vorgelegte Gutachten sei geeignet um nachzuweisen, dass durch den Anlagenbetrieb und Fahrverkehr die einschlägigen Grenzwerte eingehalten werden. Somit würde das Landratsamt das verweigerte gemeindliche Einvernehmen ersetzen. Der Gemeinderat nahm dies zur Kenntnis und beschloss in den Auflagen festzulegen, dass die Nachtfahrten nicht durch die Ortschaft Münster zu planen sind.

 

Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Vorstellung der zukünftigen Abbauplanung im Bereich des Kieswerkes in Münster durch die Firma Hans Wolf. Johannes Wolf, Geschäftsführer, stellt diese Planung dem Gemeinderat vor. Langfristig wird man an dem jetzt bestehenden Ort an der Kreisstraße SR 8 bei Münster bleiben. Der Abbau der Vorrangflächen für Kiesabbau in den nächsten acht bis elf Jahren ist in westlicher Richtung geplant. Als Nachfolgenutzung steht die Naherholung, wie ein kleiner Badebereich, Flächen nach den Naturschutzvorgaben und eine extensive Angelnutzung in der Planung. Auch hier wurde vom Gemeinderat angemerkt, dass der Lkw-Verkehr Richtung Regensburg nicht durch die Ortschaft Münster fahren soll. Die Lkw-Fahrer, so Johannes Wolf, seien schon jetzt angehalten nicht durch Münster Richtung Autobahn zu fahren.

 

Mit der Änderung des Bebauungsplanes Kellerberg West I verbunden mit der Änderung des Flächennutzungsplanes durch Deckblatt Nr. 44 und des Landschaftsplanes durch Deckblatt Nr. 20 hatte sich der Gemeinderat in einem weiteren Tagesordnungspunkt zu befassen. Die Gemeinderäte nahmen zu den Stellungnahmen der Regierung von Niederbayern, der Fachstellen des Landratsamtes Straubing-Bogen, des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, des Wasserzweckverbandes Straubing-Land, des Kreisbrandrates Markus Weber Stellung und fassten die entsprechenden Beschlüsse. Da der Entwurf des Bebauungs- mit Grünordnungsplanes Kellerberg West geändert oder ergänzt wurde, ist er erneut zu veröffentlichen und sind die Stellungnahmen erneut einzuholen. Das gleiche Verfahren gilt für den Flächennutzungs- und Landschaftsplan.

Dem Gemeinderat lag ein Antrag auf Sanierung der Regenrinne in einem Teilabschnitt der Falkenfelser Straße in Münster vor. Da in Münster die Parkstettener Straße, als Kreisstraße, durch den Landkreis saniert wird, soll der Auftrag an die ausführende Firma erfolgen.

Der Gemeinderat genehmigte die Nutzung des Festplatzes und der Toilettenanlage durch die KLJB Steinach für das Johannifeuer am 13. Juni.

Verabschiedung von Gemeinderäten

Zum Abschluss der Wahlperiode 2020 bis 2026 zog Bürgermeisterin Hammerschick eine umfassende Bilanz der vergangenen Jahre und stellte dabei sowohl die besonderen Herausforderungen als auch die erreichten Fortschritte heraus.

Geprägt war die Amtszeit gleich zu Beginn von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die den kommunalen Alltag massiv einschränkte und auch die Arbeit des Gemeinderates erschwerte. Sitzungen mussten unter strengen Auflagen verlegt, reduziert und teilweise unter ungewöhnlichen Bedingungen abgehalten werden.

Inhaltlich konnte die Gemeinde in zahlreichen Bereichen Fortschritte erzielen, auch wenn sich Projekte, wie die Bauleitplanung zur Nahversorgung, verzögerten. Besonders hervorgehoben wurden Maßnahmen im Bereich der Kinderbetreuung, etwa die Schaffung zusätzlicher Kindergartenplätze. Ebenso wurden wichtige Impulse in der Ortsentwicklung gesetzt, darunter die Ausweisung von Gewerbeflächen, die Ansiedlung neuer Unternehmen sowie Investitionen in die Infrastruktur wie Geh- und Radwege, die auch weiterhin mit dem Radwegekonzept geplant sind.

Auch im sozialen Bereich wurden Akzente gesetzt. Auf der Fläche der ehemaligen Hofstelle in der Hafnerstraße möchte die Gemeinde Betreutes Wohnen für Senioren schaffen. Weiterhin sicherte sich die Gemeinde durch gezielten Grunderwerb in der Weiherstraße in Münster Handlungsspielräume für zukünftige Wohnbauentwicklung, insbesondere für junge Familien.

Die Bürgermeisterin betonte die konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat. Entscheidungen seien stets sorgfältig abgewogen und intensiv diskutiert worden. Abschließend dankte Hammerschick allen Mitgliedern des Gemeinderates für ihr ehrenamtliches Engagement – sowohl innerhalb der Sitzungen als auch darüber hinaus bei zahlreichen Veranstaltungen und Aufgaben.

Besonders gewürdigt wurden die ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder, die nicht mehr zur Wahl angetreten sind. Dr. Thomas Grundler gehörte seit 1996 dem Gemeinderat an. Franz Knott engagierte sich seit 2002 im Gemeinderat. Franz Kiermeier setzte sich seit 2008 für die gemeindlichen Belange ein und Erwin Berger wurde 2020 in den Gemeinderat gewählt. Alle haben sich über viele Jahre hinweg in unterschiedlichen Funktionen engagiert und Verantwortung übernommen haben. Insgesamt zog Bürgermeisterin Christine Hammerschick ein positives Fazit einer intensiven und herausfordernden, aber zugleich erfolgreichen Wahlperiode.